Wettbewerb für das Mahnmal des Konzentrationslager Ausschwitz (modell 1:100)
Auf einer trapezförmigen Granitplatte waren vier grosse Scheiben vorgesehen,deren größte Gesamtausdehnung etwa 60 m betragen sollte. Dem visuellen Bereich des Entwurfs war ausserdem ein akustisches Erlebnis zugeordnet. In verborgenen, optisch nicht wahrnehmbaren Kammern sollten elektronische Tongeber oder auch Glocken untergebracht werden. Diese unterirdischen Kammern waren so geformt, dass die Töne mit gepressten Nachhall entstehen sollten, deren Ursprung nur aus nächster Entfernung lokalisierbar gewesen wären.

 

 

 

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Entwurf Mahnmal Auschwitz

Seit 1956 habe ich erste dezentralisierte Skulpturen entworfen. Durch die Reduzierung der Einzelformen auf ein Minimum (Kuben, Scheiben oder Säulen) entstanden Spannungsfelder, die durch Verdichtung oder Auflösung beträchtliche Dimensionen erreichen. Wichtig war für mich in erster Linie der Gravitationsbezug der Formen untereinander, nicht die Pressung durch das Gewicht auf den Boden. Mit dieser Entscheidung löste ich mich von Bindungen der Skulptur an Vorder- und Seitenansichten. Bestimmend wurde der Ort der Setzung und sein Verhältnis zum umgebenden Raum. 1961 entstanden Skulpturen, deren sockellose Metallflächen in den Raum eindrangen, 1962 geschlossene und geöffnete Binnenräume, 1965 bodenbündige dezentralisierte Skulpturen, 1972 Volumina, die den umgebenden Raum verdrängen. Ab 1993 werden große Formen geschaffen, deren Außenflächen ihre geringe Materialstärke sichtbar werden lassen. In nachfolgenden Arbeiten wird der geöffnete Binnenraum durch unterschiedliche Radialachsen bestimmt. Es entsteht eine Fluktuation zwischen Binnenraum und dem umgebenden Raum.
 
Erich Reusch